Der Süden

NASCA, ICA, PARACAS

In der Pampa von San José liegen die Nasca-Linien, die der gleichnamigen Kultur (500 n.C.) zugeschrieben werden und aus mehr als 70 gigantischen Figuren und ca. 10.000 in den Boden geritzten Spuren bestehen. Sie gehören heute zum Weltkulturerbe. Die Stadt Ica hat eine lange Tradition im Weinbau mit aus den kanarischen Inseln importierten Reben, deren Anpassungsfähigkeit alle überraschte. So wird hier nicht nur ein hervorragender Wein produziert, sondern auch der Pisco, ein feiner Schnaps, der seinen Namen von einem 42 km von Ica entfernten Dörfchen erhielt. Hier werden das Naturschutzgebiet von Paracas und die Ballestas-Inseln zum Rückzugsort für eine große Vielzahl von Vögeln und Seelöwen, aber auch von Delfinen und Pinguinen- ein ökologisches Naturparadies und wichtiges archäologisches Zentrum der Paracas-Kultur (700 v.C).

AREQUIPA

Arequipa liegt auf 2.325 m ü.d.M. und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Drei Vulkane wachen über die aufgrund der für Arequipa typischen Bauweise unter Verwendung von weißem Vulkangestein auch „Weiße Stadt” genannte zweitgrößte Stadt des Landes: in der Mitte der „Misti”, auf einer Seite der imposante „Chachani” auf der anderen, schmal und hoch, der „Pichu Pichu”. Auf den höchsten Punkt (4.350 m ü.d.M.) gelangt man, um in das Tal der Wunder, die Gegend von Colca, hinabzusteigen.

CUSCO – MACHU PICCHU

Cusco, „archäologische Hauptstadt Amerikas und Weltkulturerbe” ist ein bedeutendes religiöses, kulturelles, verwaltungstechnisches und militärisches Zentrum auf 3.360 m Höhe. Von hier brechen Besucher nach Machu Picchu auf, die Kultur der Inkas verbindet sich mit dem Kolonialstil.
„Durch die Straßen Cuscos mit ihren Inka-Mauern und modernen Dächern zu laufen erweckt den Eindruck, dass jedes einzelne Gebäude halluziniert”, schrieb der Schriftsteller José Maria Arguedas, der beim Berühren der Mauern fühlte, dass diese lebendig seien.
Machu Picchu ist das Juwel der Architektur der Inkas, der Ausdruck des Werkes des Menschen in Harmonie mit seiner Umgebung, eine Stadt, die auf einem schmalen Grat über einem reißenden Fluss errichtet wurde, umgeben vom intensiven Grün der wilden Berglandschaft. 1911 entdeckt, liegt Machu Picchu dreieinhalb Stunden per Zug bzw. 25 Hubschrauberminuten von Cusco entfernt.

DER SONNENTEMPEL – Eine halbkreisförmig auf einem großen Felsen angelegte Struktur, die sich an die natürliche Krümmung des Granitblockes anpasst. Mit einem Durchmesser von 10,5 m gibt es in diesem Gebäude zwei trapezförmige Fenster mit Verzierungen an den Ecken. Auf der Nordseite befindet sich eine fein geschnitzte Tür mit Bohrungen an ihren Pfosten, die denen des Tempels von Qoricancha in Cusco ähneln.

TEMPEL DER DREI FENSTER – An der Ostseite des Hauptplatzes gelegen, hat dieser Tempel eine große rechteckige Grundfläche. Sein Name stammt von den drei sehr schönen Fenstern. Darüber hinaus gibt es zwei zugemauerte Fensterrahmen. Die Architektur in diesem, und auch im Haupt-Tempel, zählt zum Beeindruckendsten, was Machu Picchu zu bieten hat: es handelt sich um enorme, fein gestaltete Polyeder, die mit millimetergenauer Präzision zusammengefügt wurden.

DER HAUPTTEMPEL – Auf der Nordseite des Heiligen Platzes gelegen, ganz in der Nähe der Drei Fenster, wurde dieser Tempel im Wayrana-Stil erbaut – das heißt rechteckig, aber nur mit drei Mauern. Er ist 11 m lang, 8 m breit, und seine Mauern sind 0,9 m dick. Ein fein gehauener Stein diente als Altar am Fuße der Mauer an der Hauptseite.

INTIWATANA – Ein imposanter Felsen – ein Ort, an dem Zeremonien abgehalten wurden und dessen Name so übersetzt werden kann: Inti = Sonne und Wata = Jahr. Hier wurde das Sonnensystem studiert, Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen festgelegt. Viele Forscher meinen, dass Intiwatana dazu diente, um die Himmelsrichtungen zu bestimmen, an deren Ecken der magnetische Norden festgelegt werden kann. Auf jeden Fall handelt es sich um eine rituelle Achse von großer religiöser Bedeutung.

WAYNA PICHU – Der Ewige Wächter über das Heiligtum, der Wayna Picchu (“Junger Berg” auf Quechua), thront imposant über der Inkastadt und sollte unbedingt bestiegen werden. Auf dem Weg zum Gipfel gibt es Heilige Orte und atemberaubende Terrassen, die über dem Abhang gebaut wurden. Der Aufstieg führt vom Dorfplatz von Machu Picchu über einen gut ausgeschilderten und befestigten authentischen Inkapfad. Von hier aus hat man einen beeindruckenden Blick: Machu Picchu in all seiner Größe, die Schlucht des Vilcanota und die Berge in der Umgebung. Für die Wanderung sollten zwei bis drei Stunden eingeplant werden.

INCA TRAIL

Der Inka-Trail nach Machu Picchu, gelegen in der Region Cusco’s, ist die populärste Trekking-Route Peru’s und möglicherweise eine der spektakulärsten Wanderungen in Amerika. Dieser Pfad ist Teil der insgesamt mehr als 23.000 km langen Straßen, die von den Inkas angelegt wurden. Jedes Jahr bewältigen etwa 25.000 Wanderer aus der ganzen Welt den 43 km langen, mit Stein gepflasterten Weg, um zu der uneinnehmbaren Zitadelle von Machu Picchu, tief im Nebelwald von Cusco zu gelangen. INTIPUNKU – “Die Sonnentür”, auf Quechua, bildet den Eingang nach Machu Picchu, wenn man vom Inkapfad kommt. Wer vor Morgengrauen hierher gelangt und die Inkastadt aus dem Nebel auftauchen sieht wird diesen bewegenden Anblick nie wieder vergessen. Der Intipunku bietet einen majestätischen Gesamtüberblick über Machu Picchu und den Heiligen Berg von Wayna Picchu. Er besteht aus steilen Treppenstufen, die in den Felsen gehauen wurden, und aus Bauten, die darauf schließen lassen, dass es sich um eine Art Zollstation handelte, an der alle kontrolliert wurden, die in die Stadt hinein und wieder heraus wollten.

PUERTO MALDONADO

Puerto Maldonado ist die wichtigste Stadt des südlichen Dschungels und liegt am Fluss „Madre de Dios“. Die Grenzstadt lebt vor allem von der Holzfällerei und der Goldwäscherei. Es gibt Naturschutzgebiete wie Manu, Tambopata, Candamo und Pampas Health, das reichhaltigste Biosphärenreservat des Planeten, wo einzigartige Tier- und Pflanzenarten zu Hause sind. Zu den Orten, an denen man gewesen sein sollte, gehören in jedem Fall die Seen Sandoval und Valencia. Weitere Aktivitäten sind Fischen, die Beobachtung der Natur und der Kontakt mit den Einheimischen.

PUNO, TITICACA SEE

Puno liegt auf 3800 m ü.d.M. Der Überlieferung zufolge kamen die Kinder der Sonne Manco Cápac und Mama Occlo aus den tiefen Wassern des Titicaca-Sees, um ihr Reich zu gründen. Wissenschaft und Mythologie sind sich hier einig. Die Folklore der Region ist eine der reichsten in der peruanischen Volkskunst, was sich z.B. im Fest der Jungfrau der Candelaria widerspiegelt. Ganz in der Nähe liegen die berühmten Schilfinseln der Uro-Indianer, die auf dem See schwimmen, sowie weitere Inseln wie die von Taquile oder Amantan. Der Anblick der am See gelegenen Dörfer ist von der Kolonialarchitektur geprägt, wie die mit Schnitzereien verzierten Kirchen in Juli und Pomata. Zwischen Puno und Juliaca liegen die großen Steingräber der Chullpas de Sillustani und der Tempel von Pucara. Puno ist bekannt für sein gutes Kunsthandwerk.